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Vorfluter


Ein Vorfluter ist ein Wasserlauf, der den Abfluß in seinen Zuflüssen regelt.


Dies ist ein Begriff aus der Hydrologie bzw. Hydrogeologie. Entscheidende Faktoren sind dabei seine Fließgeschwindigkeit, Wassermenge und die Höhe des Wasserspiegels.

In der Speläologie wird im allgemeinen ein Sonderfall betrachtet, nämlich dass der Vorfluter ein Fluß ist und der einmündende Wasserlauf das Karstgrundwasser. Man sagt auch: der Karstwasserspiegel ist abhängig vom Vorfluter.

Ein Beispiel: ein Hügelzug aus Kalkstein oder Dolomit umgeben von Flachland ist verkarstet. Das Flachland wird an der Oberfläche durch Flüsse entwässert und der Grundwasserspiegel ist nur wenig unter der Erdoberfläche. In manchen Gebieten hat man sogar Probleme sein Haus zu unterkellern, weil das Grundwasser weniger als vier Meter unter der Erdoberfläche liegt.

Am Rande des Karstgebietes, an der Grenze zum Flachland gibt es zahlreiche  Karstquellen. Der Karstkörper, genauer die Klüfte, Spalten und Höhlen im Kalkstein sind mit Grundwasser gefüllt. Der Spiegel des Karstgrundwasser bei der Quelle entspricht der Wasseroberfläche der Quelle selbst. Das ist leicht nachvollziehbar, denn wenn er höher läge würde das Wasser weiter oben am Hang austreten.

Phreatisches Grundwasser kann im Gesteinskörper frei fließen. Dies ist typisch für Karst, da die Klüfte, Spalten und Höhlen einer großen Wassermenge den schnellen Durchfluß gestatten. Das bedeutet, dass Ausgleichsbewegungen schnell erfolgen und das Wasser durch die Schwerkraft und die Kommunikation in verbundenen Röhren eine Ausgleichsfläche bildet. Das Ergebnis ist ein Karstwasserspiegel, der zur Quelle hin in einem Winkel abfällt, der durch den Fließwiderstand des Wassers bestimmt ist.

Die Karstquellen entwässern den Karstkörper. Nachgefüllt wird das Grundwasser durch die Niederschläge auf dem gesamten Gebiet, wobei jeweils das Gebiet, dessen Niederschläge zu einer bestimmter Quelle fließen, als Einzugsgebiet dieser Quelle bezeichnet wird. Da Wasser nur bergab fließt, hat der Grundwasserspiegel also innerhalb jedes Einzugsgebiets eine gewisse Neigung zur Quelle hin, die Grenzen der Einzugsgebiete stellen Grate in dieser Landschaft dar, die Quellen sind die Tiefpunkte.

Das Gesamtniveau dieses Karstgrundwassers wird durch die Lage der Quelle als Fixpunkt bestimmt. Tieft sich das Abflußtal durch Erosion ein, sinkt also das Vorfluterniveau, beeinflußt das unmittelbar auch den Karstwasserspiegel. Diese Erosion hat keinen Zusammenhang mit dem Karst, läuft also unabhängig ab, beeinflußt aber die Karstentwicklung nachhaltig.

Wenn der Karstwasserspiegel durch Eintiefung des Vorfluters langsam absinkt, verläßt das Wasser irgendwann das Niveau einer bisher  aktiven Wasserhöhle. Zuerst wird die Höhle nur zu Trockenzeiten trocken fallen, da die tiefergelegenen Spalten noch nicht die notwendige Größe besitzen. So fällt und sinkt der Karstwasserspiegel in Abhängigkeit von den Niederschlägen. Mit Ausbildung tiefergelegener Spalten und Zunahme der Distanz wird die Höhle immer seltener von Wasser durchflossen um schlißlich ganz trocken fallen. Die Höhle wird dann als inaktive oder fossile Höhle bezeichnet.

Zur selben Zeit wird ein Stockwerk unter der alten Höhle ein neues Niveau angelegt. Im Bereich der phreatischen Zone entwickeln sich irreguläre Höhlengänge durch Korrosion. Die stärkste Lösung findet aber im Bereich des Grundwasserspiegels durch Mischungskorrosion statt. Dabei hilft es wenn die Eintiefung des Vorfluters in Phasen vor sich geht. Je länger das Niveau gleich bleibt desto ausgeprägter wird das Stockwerk. Je schneller die Eintiefung vor sich geht, desto deutlicher sind die Stockwerke voneinander getrennt.


Siehe auch


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