Felsbrücke oder Naturbrücke


Definition: Eine Naturbrücke ist ein Hohlraum innerhalb eines Felsens, der verhältnismäßig kurz ist und Menschen, wenigstens zeitweise, den Durchgang erlaubt. Das bedeutet, dass man hindurchsehen kann und der Durchlaß vorwiegend Lufterfüllt ist.


Bild: Das Ende des Rakov Polje im Rakov National Park bei Postojna in Slovenien.

Die Bezeichnung Naturbrücke berücksichtigt die Entstehungsgeschichte nicht. Deshalb kann man Naturbrücken in folgende zwei Typen unterscheiden:

  1. Naturbrücken die durch Erosion des Windes oder Wassers entstehen und in praktisch jedem Gestein vorkommen können.
    Durch den Wind entstehen Naturbrücken vor allem in ariden und semiariden Klimazonen durch die Schleifwirkung der Sandfracht des Windes. Naturbrücken die durch das Wasser entstanden sind kommen vor allem an Steilküsten vor, erzeugt durch die mechanische Verwitterung der Brandung. In beiden Fällen kann man natürlich nicht von einer Karsterscheinung sprechen.
    Beispiele sind die Naturbrücken im Arches NP in den USA und die Naturbrücken der Great Ocean Road bei Melbourne in Australien.

  2. Naturbrücken in Karstgebieten sind Höhlenruinen. Sie entstehen durch Einsturz der Höhlendecke vor und hinter der Naturbrücke und anschließenden Abtransport der Trümmer, z.B. durch einen Höhlenbach. Die Oberfläche der Naturbrücke setzt sich im Umland fort und das überbrückte Tal liegt tiefer.

In großen Höhlensystemen kommt es häufig zu Verstürzen. Normalerweise führen diese Einstürze zu einer domartigen Decke, die das Gewicht des Hangenden zu den Seiten ableitet.

Manchmal sind die Hohlräume jedoch zu nahe an der Erdoberfläche, die Decke wird zu dünn und stürzt zusammen. Beim Fortschreiten der Abtragung, werden die eingestürzten Hallen zu Poljen erweitert.

Wenn die Reste einer Höhle so kurz werden, dass sie eher an eine Brücke erinnern als an eine Höhle, werden sie als Naturbrücke bezeichnet.


Hauptseite | Allgemeine Informationen | Karstgeologie
Letzte Änderung Impressum, © Jochen Duckeck.