Karstquelle


Definition: Eine Quelle ist eine natürliche Stelle, an der Grundwasser an die Erdoberfläche tritt, normalerweise an einem Hang oder am Grund eines Tals.

Bild: Eine typische Karstquelle, die Kocherquelle,  Schwäbische Alb, Deutschland.

Karstquellen sind Quellen, die aus Karstgebieten gespeist werden. Nicht als Karstquelle werden Höhlenquellen, also Quellen im Innern von Höhlen, bezeichnet. Quellen in Karstgebieten unterscheiden sich von anderen Quellen, da sie das Ende eines wassergefüllten Höhlensystems darstellen:

Die starken Unterschiede in der Schüttung einer Karstquelle und die schlechte Wasserqualität hängen ursächlich mit den Eigeschaften des Einzugsgebiets, also dem Karstgebiet, zuusammen. Das Wasser versickert an der Oberfläche durch Spalten, gelangt so schnell in Höhlensysteme und fließt in Spalten und Höhlen (aktiven Wasserhöhlen) ähnlich wie in einem Bach zu Tal. Das resultiert in einer sehr hohen Geschwindigkeit, insbesondere im Vergleich mit dem Fließen durch Porenräume. Das Wasser befindet sich nur wenige Tage im Berg, die Mikroorganismen, die in Sand oder Kies für die Reinigung des Grundwassers zuständig sind haben zu wenig Angriffsfläche und zu wenig Zeit ihre Aufgabe zu erledigen.

Ein berühmter Unfall, der dies verdeutlicht, ereignete sich vor etwa 100 Jahren im  Jura, einer Karstregion an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz. Dort befindet sich auch das Firmengelände der heute noch existierenden Firma Pernod, die damals Absinth herstellte, ein Vorläufer des heutigen Anisschnapses, der jedoch wegen verschiedener leicht giftiger Inhaltsstoffe im Jahr 1915 verboten wurde. Es gab ein Feuer in ihrer Fabrik in Pontarlier, wodurch ihre Tanks explodierten und eine Million Liter Absinth ergoß sich in den Oberlauf des Doubs. Bereits einen Tag später wurde das Wasser der  Loue Quelle milchig und roch nach Anis und Alkohol.


Im folgenden werden noch verschiedene Quellentypen genauer behandelt.

Quelltopf

Eine kesselartige Vertiefung an deren Grund das Wasser austritt, evtl. aus einer Quellhöhle. Das Wasser füllt den Kessel und fließt über eine Schwelle ab. Das Wasser ist im Kalkkarst stark mit gelöstem Kalk gesättigt und hat dadurch bei größerer Wassertiefe eine intensiv blaue oder grüne Farbwirkung.

Beispiel:  Blautopf,  Schwäbische Alb, Deutschland.

Riesenquelle

Eine Quelle mit besonders großer Schüttung. Dies setzt ein großes Höhlensystem und ein großes Einzugsgebiet voraus, das diese große Menge Wasser liefert. Häufig handelt es sich um den Wiederaustritt eines Flußes, der vorher in einem Ponor verschwunden ist.

Beispiel:  Rhumequelle,  Harz, Deutschland.

Grundquelle

Dies ist eine subaquatisch - also unter dem Wasserspiegel - austretende Quelle. Diese Form einer Quelle wird in Österreich auch Köhbrunnen genannt. Sie können durch das Aufwallen des Wassers erkannt werden.

Eine subaquatische Quelle wird meist durch eine verkarstete Schicht gebildet, die durch eine wasserundurchlässige Schicht abgedeckt ist, die bis unter das Gewässer reicht. Dort wo die Deckschicht endet tritt das Wasser aus, häufig sogar unter Druck.

Es kann aber auch durch eine Erhöhung des Vorfluters dazu kommen, dass ein Höhlensystem ertrinkt. Dies ist insbesondere beim nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels mit Höhlen passiert, die zum Meeresspiegel hin entwässert haben. Im Meer werden sie submarine Quelle genannt.

Beispiel: Submarine Quellen vor der slowenischen Küste.


Weitere Begriffe

 Intermittierende Quelle |  Oszillierende Quellen


Siehe auch


Hauptseite | Allgemeine Informationen | Karstgeologie
Letzte Änderung Impressum, © Jochen Duckeck.