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Salangane


Salangane sind Vögel die zur Familie der Segler (Apodidae) gehören. Es gibt etwa dreißig Spezies in vier Genera, Aerodramus, Hydrochous, Schoutedenapus und Collocalia. Viele, aber nicht alle, Spezies benutzen ein einfaches aber effektives Echolot system um sich in der Dunkelheit zu orientieren. Sie benutzen Höhlen zum Übernachten und zum Brüten. Zum Brüten bauen sie Nester an die Höhlenwand.

Die Nester einiger Spezies der Salangane sind essbar und werden zum Kochen der traditionellen chinesischen Vogelnestsuppe oder auch (fälschlich) Schwalbennestersuppe. Die Nester der Weißnestsalangane (Aerodramus fuciphagus) werden auch weiße Nester genannt, weil sie fast vollständig aus dem Speichel der Vögel bestehen und deshalb keine Farbe besitzen. Die Nester der Schwarznestsalangane (Aerodramus maximus) werden als schwarze Nester beszeichnet, weil sie neben dem Speichel Federn und Zweige enthalten, die das Nest dunkel färben. Beide nester sind essbar, aber die weißene Nester könen ohne große Vorbereietung gekocht werden während die schwarzen Nester eine arbeitsintesive Reinigung erfordern.

Weiße Nester kosten auf dem freien Markt etwa 1,000 bis 2,000 USD pro Kilo. Noch teurer sind die seltenen rötlich braunen Nester, auch Blutnester genannt die für bis zu 10,000 USD verkauft werden. Ihnen wird nachgesagt, dass sie aus Speichel vermischt mit dem Blut der Vögel bestehen, das diese beim Nestbau absondern. In Wirklichkeit kommt die Farbe von Eisenoxid, Rost der auch die Tropfsteine in Höhlen färbt, und vom Tropfwasser mitgebracht wird. Eine Schale echte Vogelnestsuppe kostet etwa 30 bis 100 USD.

Die Chinesen kochen erwiesener Maßen seit mindestens 400 Jahren Vogelnestsuppe. Es wird allerdings angenommen dass Vogelnester bereits seit 1,000 oder gar 1,500 Jahren gegessen und als Medizin benutzt werden. Chineses kaufen Nester aus dem gesamten Verbreitungsgebiet der Salangane, also Südost Asien, insbesondere aber Malaysia und Thailand. Die riesigen Karsthöhlen in Gomantong und Niah in Bornea waren ursprünglich die größten Produzenten von Nestern. Auch heute noch werden dort große Mengen von den Höhlenwänden gesammelt, unter Verwendung von Bambusleitern und Stricken. Um jedoch die enorme Nachfrage befriedigen zu können, wurden seit den späten 1990er Jahren spezielle Nisthäuser errichtet. Diese Bauwerke aus Stahlbeton befinden sich in städtischen Gebieten in Meeresnähe, die bei den Vögeln sehr beliebt sind. Das Zentrum des Handels ist Honkong, die Verbraucher sitzen ebenfalls dort, aber auch in China und den Chinatowns der Vereinigten Staaten.

Wie viele chinesische Lebensmittel und Medikamente sind auch die Vogelnester von einer Aura des Phantastischen umgeben. So werden sie mit außergewöhnlicher Nahrhaftigkeit in Verbindung gebracht. Sie gelen als sehr gesund und sogar als Aphrodisiakum. Die chemische Analyse ist da eher ernüchternd, der Nährwert ist eher gering. Dennoch ist die Vogelnestsuppe eines der teuersten Lebensmittel der Welt. Sicherlich eher ein Ergebnis der begrenzten Menge, nicht seines tatsächlichen Wertes. Aber wer ausser Chinesen will schon Suppe aus Vogelspeichel essen?


Siehe auch


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