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Schillathöhle

Schillat Cave


Touristische Informationen:

Bild: Schillathöhle mit Eingangsgebäude.
Ort: Bei Hessisch Oldendorf, im Steinbruch Segelhorst.
A2 Ausfahrt Rehren, links ab Richtung Hessisch Oldendorf, unter der Autobahn durch, dann links Richtung Bad Nenndorf. Nach 3km in Hattendorf rechts abbiegen nach Langenfeld, den Ort durchqueren, Richtung Segelhorst, Parkplatz 500m nach der Ortschaft. Beschildert.
Öffnungszeiten: APR bis OKT Mi 14-17, Sa, So, Fei 10-17. NOV bis MÄR Sa, So, Fei 10-17.
Gruppen nach Anmeldung.
[2005]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 6, Kinder (3-18) EUR 3, Schwerbehinderte EUR 3. Gruppen (10-15): Erwachsene EUR 5, Kinder (3-18) EUR 2,50. [2005]
Typ:  Karsthöhle, Korallenoolith des Oxford (oberer Jura, Malm)
Licht: elektrisch
Dimension: L=400m, D=60m, T=8°C.
Führungen: L=180m, V=34.000/a [2005].
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: Naturdenkmale Niedersachsens, Hannover 1980
Kaiser (): Einführung in die Geologie des Naturschutzgebietes Hohenstein,
Fabisch, Rainer (1996): Höhlen im Süntel und Wesergebirge, Beih. Ber. naturhist. Ges. Hannover, 12, 1-78, Hannover
Adresse: Stadt Hessisch Oldendorf, Tourist-Information, Marktplatz 13, 31840 Hessisch Oldendorf, Tel. 05152-782164, Fax 782211. E-mail: contact
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 22:00:14 $

Geschichte

 
1992entdeckt von Sprengmeister Hartmut Brepohl.
1999Lockerung der Naturschutzbestimmungen für die Höhle ermöglicht den Ausbau.
21-AUG-2004Eröffnung.

Bemerkungen

Bild: der Hauptgang.

Die Schillathöhle ist eine von mehreren Höhlen im Süntel, im nördlichen Weserbergland. Das Gestein hier ist oolithischer Kalkstein aus dem Oxford (oberer Jura, Malm). Diese Schicht wird hier Korallenoolith genannt und ist sowohl für die Höhlenentstehung als auch für den Abbau von großer Bedeutung. Er wird hier im Steinbruch Segelhorst von der Norddeutschen Naturstein GmbH abgebaut. Beim Kalkabbau werden immer wieder Höhlen angeschnitten, so auch die Schillathöhle und die benachbarte Riesenberghöhle.

Bild: Ausstellung mit Kalzit.

Die Schillathöhle wurde benannt nach Bodo Schillat, einem Höhlenforscher der Höhlengruppe Nord und Entdecker der Riesenberghöhle, benannt. Die Riesenberghöhle ist eine der größten Höhlen Niedersachsens mit etwa 1,100m Länge. Sie besitzt besonders schönen Tropfsteine, die allerding sehr empfindlich sind. Deshalb steht sie auch unter Naturschutz, und ein Ausbau zur Schauhöhle kommt nicht in Frage. Andererseits besteht aber ein starker Bedarf nach einer öffentlich zugänglichen Höhle im sonst so höhlenarmen Niedersachsen. So wurde beschlossen, die Schillathöhle dem durchaus berechtigten öffentlichen Interesse zu "opfern", und damit gleichzeitig die Riesenberghöhle zu schützen. Diese Strategie wurde sogar von Fraktion der Grünen Hessisch Oldendorf unterstützt. In mehrjährigen Ausbauarbeiten durch die Betreibergesellschaft und die Höhlengruppe Nord ist nun der Hauptgang der Höhle mit einem Führungsweg und Licht versehen.


Wenn man Langenfeld auf der Straße nach Segelhorst verläßt, erreicht man bald einen neuen Parkplatz, und nach 200m Fußweg das wenig spektakuläre neue Eingangsgebäude. Doch diese Einschätzung muß man bald revidieren, denn vom Eingangsgebäude aus hat man einen beeindruckenden Ausblick in den Steinbruch. Alle Höhlenbesucher werden mit einem Helm ausgestattet, was in Schaubergwerken durchaus üblich ist, nicht jedoch in Schauhöhlen. Ein Aufzug befriedigt die vertikalen Beförderungsbedürfnisse der Höhlenbesucher und bringt sie 45m tiefer in die Höhle hinunter. Der Höhlengang den der Besucher nun betritt ist eine trockengefallene Flußhöhle, die keinerlei Tropfsteine besitzt. Dafür sieht man einige interessante Spuren des Wassers, Fließfacetten und Erosionsformen an den Wänden und dem Boden.

Bild: Höhlenmalereien.

Mehr als die Hälfte der einst 400m langen Höhle wurde durch den Abbau zerstört. Die beiden übriggebliebenen Gangteile sind nicht mehr verbunden. Hier wurde ein künstlicher Verbindungsgang gebaut, vor allem um die Besucher vor Steinschlag aus der darüber aufragenden Steinbruchwand zu schützen. Dazu wurde eine Betonröhre erstellt, die dann von Außen mit Natursteinen bedeckt wurde. Das Innere dieser Röhre wurde Studenten der Kunsthochschule Hildesheim mit Höhlenmalereien nach dem Stil der  Grotte de Lascaux (Frankreich) versehen.

Der Verbindungsgang besitzt auch einen Ausgang zum Boden des Steinbruchs, der die erste Station der Führung ist. Hier kann der Führer über die Zeit erzählen, zu der die Kalksteine entstanden sind. Rippelmarken auf den Steinen beweisen die sedimentäre Entstehung. Besonders beeindruckend ist der Blick die Steinbruchwand hinauf bis zum Eingangsgebäude mit dem markanten Turm des Aufzugs.

Bild: ehemalige Flußhöhle.

Nun betreten wir die eigentliche Höhle. Eine eher durchschnittliche, um nicht zu sagen langweilige Höhle, zumindest für den Touristen. Es scheint, dass das Fehlen einer anderen Schauhöhle der einzige Grund für den Ausbau dieser Höhle war. Die Erschließer waren sich dieser Tatsache wohl auch bewußt, beschlossen sie doch die Höhle mit Ausstellungen etwas aufzupeppen. So gibt es entlang des Führungswegs zuerst eine Ausstellung mit Tropfsteinen, Kalzitkristallen, Höhlenperlen und Perlsintern die aus Höhlen der Umgebung stammen. Die meisten Ausstellungsstücke sind ein Ergebnis des Kalkabbaus, die Höhlen in denen sie gefunden wurden sind inzwischen abgebaut. Der zweite Teil der Ausstellung ist den Fossilien der Jurazeit gewidmet, in erster Linie Ammoniten, Belemniten und Seeigel. Plastikmodelle zeigen, wie diese Tiere lebend ausgesehen haben. Der dritte Teil schließlich zeigt verschiedene Mineralien die keinen Bezug zum Kalkstein besitzen. In der Umgebung gibt es Bergbau und interessante Mineralfundstätten.

Nachdem der Besucher erfolgreich von der langweiligen Höhle abgelenkt wurde, erreicht man das Ende dieses Ganges, der nun doch einige kleinere Tropfsteinbildungen enthält. Sie sind sogar für deutsche Verhältnisse recht unspektakulär, weshalb sie auch mit Fantasienamen und Märchen etwas aufgewertet werden. Da gibt es zum Beispiel die Geschichte des bösen Bubens, der in die Höhle verbannt wurde und hier versteinerte. Ein Doppelstalagmit stellt seine beiden Beine dar.

Da es nur einen Höhlengang gibt, kehrt man nun auf dem selben Weg, vorbei an Mineralienausstellung und durch den künstlichen Gang, zurück zum Aufzug. Der Gang hinter dem Aufzug, sozusagen das gegenüberliegenden Ende der Höhle, wurde mit Sitzen und Diaprojektor ausgestattet. Eine dreidimensionale Diashow zeigt den Besuchern die Schönheiten der verschlossenen Riesenberghöhle. Die Bilder wurden von Franz Miller aus dem Allgäu und David Stuckey aus Sydney, Australien, aufgenommen.



Schillathöhle Gallerie

Siehe auch


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