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Balver Höhle


Touristische Informationen:

Ort: A45 Ausf Lüdenscheid, B229 26km bis Balve über Werdohl, an der Straße Richtung Helle, 1km NE Balve. (51°20'21.82"N,7°52'19.26"E)
Öffnungszeiten: Nur nach Vereinbarung für Gruppen ab 10 Personen. [2004]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 1. [2004]
Typ: ExplainKarsthöhle, Ganghöhle, Oberes Devon (Massenkalk)
Licht: elektrisch
Dimension: L=150m, B=18m, H=12m, 240m N.N. GR: L=60m, B=18m, H=11m. Portal: H=12m, B=18m.
Führungen: L=500m, V=15.000/a [2005].
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: -
Adresse: Verkehrsverein Balve e.V., Widukindplatz 1, 58802 Balve, Tel: 02375-926-190, Fax: 02375-926-191. E-mail: contact
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Geschichte

1690 erstmals in einer Karte eingezeichnet.
1791 erstmals erwähnt.
1840 Anlage eines Schützenplatzes im Eingangsbereich.
1843 Untersuchung der Höhle durch das Bergamt Bonn.
1844 Grabung durch Wagner und Castendyck.
1870 Grabung durch Virchow.
1871 Grabung durch Dechen.
1872 Grabung durch Schaafhausen.
1925 Grabung durch Andree.
1938 Grabung durch Wehrli.
1939 Grabung durch Bahnschulte.
1944 Verlegung eines Rüstungsbetriebs in die Balver Höhle.
1947 sollte sie aus diesem Grund gesprengt werden.

Bemerkungen

Die Balver Höhle ist eine Höhlenruine bestehend aus einem einzigen großen Y-förmigen Raum.

Diese Höhle war während des Paläolithikums beliebte Unterkunft und wird deshalb auch als Kulturhöhle bezeichnet. Es wird angenommen, dass sie ursprünglich 9m hoch mit Ablagerungen angefüllt war. Erst in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts begannen die Balver Bürger den phosphathaltigen Lehm als Dünger abzubauen. Dabei wurden hunderte von Steingeräten einfach auf die Böschung vor der Höhle geworfen. Aus ungestörten Schichten wurden später rund 700 Geräte und eine Unzahl von Abschlägen und Abfallstücken geborgen. Auch Reste von Höhlenbär, Mammut, Pferd, Riesenhirsch und anderen wurden gefunden.

Das schönste Fundstück ist wohl ein 4,60m langer Mammutstoßzahn, dessen Nachbildung man heute im Heimatmuseum Arnsberg besichtigen kann. Mit insgeamt über 50.000 Artefakten ist die Balver Höhle einer der wichtigsten Fundorte des Paläolithikums in Mitteleuropa. Die durch Frostsprengung an der Decke entstandenen Schuttmassen bewahrten die Siedlungsreste von hunderttausend Jahren.

In der Balver Höhle soll die Werkstatt von Wieland, dem Schmied aus der Nibelungensage gelegen haben. Eine englische Urkunde weiß zu berichten, dass Wieland sein Handwerk im südlichen Westfalen ausgeübt hat. Allerdings wird die Balver Höhle nur in der Soester Ausgabe angegeben, wahrscheinlich aufgrund einer entsprechenden Sage.

Auch heute wird die Höhle noch genutzt. Der Festspielverein Balver Hohle e.V. veranstaltet hier Konzerte und Märchenspiele. Der Schützenverein nutzt die Höhle für das am 3. Wochenende im Juli stattfindende Schützenfest. Regelmäßige Führungen fanden über Jahre hinweg statt, natürlich nur während die Höhle nicht für eine Veranstaltung genutzt wurde. Derzeit wird die Höhle vom Verkehrsverein Balve betreut und Besuche sind nur noch für Gruppen nach Anmeldung möglich. Aber natürlich kann man man ein Konzert oder eine Theateraufführung besuchen.