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Überlinger Stollen
Unternehmen Magnesit - Goldbacher Stollen
Touristische Informationen:
Geschichte
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| OCT-1944 | Beginn des Stollenbaus. |
| APR-1945 | Ende der Bauarbeiten. |
Bemerkungen
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| Image: Die Heidenlöcher bei Goldbach.
Historischer Stich.
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Der Überlinger Stollen oder auch Goldbacher Stollen wurde
1944 bis 1945 von den Nationalsozialisten unter Einsatz von rund 800
Häftlingen aus dem KZ Dachau erbaut.
Die Stollenanlage sollte dazu dienen, die Friedrichshafener Industrieunternehmen
Zeppelin, Maybach, Dornier und Zahnradfabrik bombensicher zu verlagern.
Das Bauvorhaben hatte den Decknamen Magnesit.
Auslöser war die Bombardierung der Friedrichshafener Industrieunternehmen
am 28. April 1944.
Der Bau erfolgte durch den Einsatz von KZ-Häftlingen aus dem KZ Dachau,
die ein KZ-Außenkommando in Aufkirch errichten mussten und von dort aus
den Stollen bauten.
Der Stollenbau endete mit Kriegsende, Ende April 1945 erreichten
französchiche Truppen den Bodensee.
Der Stollen wurde nie fertig und auch nicht bezogen.
Nach dem Krieg wurde der Eingangsbereich durch die französische Armee
gesprengt, wohl aus Prinzip, da er wie bereits erwähnt nie nbenutzt wurde
und durch seine hohe Feuchtigkeit auch nicht wirklich für eine Fabrikation
von empfindlicher Technik geeignet war.
Mit dem dabei entstandenen Gesteinsschutt wurde die Terasse aufgeschüttet,
auf der sich heute der Campingplatz befindet.
Um die Gänge wieder zugänglich zu machen, wurde an anderer Stelle ein
kurzer Stollen erbaut.
Er stellt heute eine Gedenkstätte für die KZ Häftlinge dar und
beleuchtet den geschichtlichen Hintergrund der Flugzeug- und Zeppelinentwicklung
in Friedrichshafen ebenso wie die Arbeitssituation unter Tage.
Der Grund warum der Stollen gerade hier erbaut wurde war das anstehende Gestein.
Es handelt sich dabei um ein sehr junges weiches Konglomerat das Molasse
geannt wird.
Harte gerundete Kiesel sind in einer Matrix aus nur wenig verfestigtem kalkigem
Sand verbunden.
Dieser Fels lässt sich bereits mit einem Holzstock bearbeiten.
Diese Eigenschaft wurde bereits sehr früh erkant und genutz, so dass
bereits im Mittelalter und nach dem 30 jährigen Krieg im Fels Höhlen,
vermutlich Wohnhöhlen, gegraben wurden.
Die wurden Heidehöhlen genannt, dürften aber kaum aus
heidnischer (vorchristlicher) Zeit stammen.
Genaueres ist über die Höhlen allerdings nicht bekannt.
Ein Teil der Höhlen wurde bereits beim Neuba der Straße im 19ten
Jahrhundert zerstört.
Aus geologischer Sicht wäre noch der Spetzgarter Tobel nördlich
von Goldbach zu erwähnen.
Hier hat sich der Killbach bis zu 65 m in die Molasse eingegraben.
Der Aufschluß zeigt vor allem die Heidenlöcher-Schichten der Oberen
Meeresmolasse.
Er steht als Geotop unter Naturschutz.
Besonders sehenswert wird die Schlucht durch ihre Wasserfälle und
Auskolkungen.
Siehe auch