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Überlinger Stollen

Unternehmen Magnesit - Goldbacher Stollen


Touristische Informationen:

Ort: Überlingen.
A81 (E41) bis Kreuz Hegau, A98 (E54) Richtung Stockach/Lindau/Friedrichshafen, Ausfahrt Überlingen, Richtung Überlingen K7772, am Ortseingang rechts ab in die Uhlandstraße, dann Auf dem Stein, rechts ab in die Goldbacherstraße. Treffpunkt am Wirtshaus zum Felsen.
Öffnungszeiten: Nach Anmeldung.
[2007]
Eintrittspreise: Spenden erwünscht.
[2007]
Typ:  Bunker Zweiter Weltkrieg
Licht: elektrisch
Dimension: L=4,000m, T=12°C.
Führungen: D=1-2h.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: Oswald Burger (1997): Der Stollen, 2. Aufl. 1997 Edition Isele Eggingen
Anon (): Goldbacher Stollen und ehemaliges KZ Aufkirch, Faltblatt, Verein Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen
Adresse: Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch e.V., 88662 Überlingen. E-mail: contact
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Stand:$Date: 2015/08/30 22:00:07 $

Geschichte

 
28-APR-1944Bombardierung der Friedrichshafener Industrieunternehmen.
OCT-1944Beginn des Stollenbaus.
APR-1945Ende der Bauarbeiten.

Bemerkungen

Image: Die Heidenlöcher bei Goldbach. Historischer Stich.

Der Überlinger Stollen oder auch Goldbacher Stollen wurde 1944 bis 1945 von den Nationalsozialisten unter Einsatz von rund 800 Häftlingen aus dem KZ Dachau erbaut. Die Stollenanlage sollte dazu dienen, die Friedrichshafener Industrieunternehmen Zeppelin, Maybach, Dornier und Zahnradfabrik bombensicher zu verlagern. Das Bauvorhaben hatte den Decknamen Magnesit. Auslöser war die Bombardierung der Friedrichshafener Industrieunternehmen am 28. April 1944. Der Bau erfolgte durch den Einsatz von KZ-Häftlingen aus dem KZ Dachau, die ein KZ-Außenkommando in Aufkirch errichten mussten und von dort aus den Stollen bauten. Der Stollenbau endete mit Kriegsende, Ende April 1945 erreichten französchiche Truppen den Bodensee. Der Stollen wurde nie fertig und auch nicht bezogen.

Nach dem Krieg wurde der Eingangsbereich durch die französische Armee gesprengt, wohl aus Prinzip, da er wie bereits erwähnt nie benutzt wurde und durch seine hohe Feuchtigkeit auch nicht wirklich für eine Fabrikation von empfindlicher Technik geeignet war. Mit dem dabei entstandenen Gesteinsschutt wurde die Terasse aufgeschüttet, auf der sich heute der Campingplatz befindet. Um die Gänge wieder zugänglich zu machen, wurde an anderer Stelle ein kurzer Stollen erbaut. Er stellt heute eine Gedenkstätte für die KZ Häftlinge dar und beleuchtet den geschichtlichen Hintergrund der Flugzeug- und Zeppelinentwicklung in Friedrichshafen ebenso wie die Arbeitssituation unter Tage.

Der Grund warum der Stollen gerade hier erbaut wurde war das anstehende Gestein. Es handelt sich dabei um ein sehr junges weiches Konglomerat das Molasse geannt wird. Harte gerundete Kiesel sind in einer Matrix aus nur wenig verfestigtem kalkigem Sand verbunden. Dieser Fels lässt sich bereits mit einem Holzstock bearbeiten. Diese Eigenschaft wurde bereits sehr früh erkannt und genutzt, so dass bereits im Mittelalter und nach dem 30 jährigen Krieg im Fels Höhlen, vermutlich Wohnhöhlen, gegraben wurden. Die wurden Heidenlöcher (oder Heidenhöhlen) genannt, dürften aber kaum aus heidnischer (vorchristlicher) Zeit stammen. Genaueres ist über die Höhlen allerdings nicht bekannt. Ein Teil der Höhlen wurde bereits beim Neubau der Straße im 19ten Jahrhundert zerstört.

Aus geologischer Sicht wäre noch der Spetzgarter Tobel nördlich von Goldbach zu erwähnen. Hier hat sich der Killbach bis zu 65m in die Molasse eingegraben. Der Aufschluß zeigt vor allem die Heidenlöcher-Schichten der Oberen Meeresmolasse. Er steht als Geotop unter Naturschutz. Besonders sehenswert wird die Schlucht durch ihre Wasserfälle und Auskolkungen.


Siehe auch


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