Schloß Stein


Touristische Informationen:

Ort: Die Führungen beginnen am Schloßtor hinter dem Gasthof zur Post.
Öffnungszeiten: Jun-Sep Di-So 13:30, 15. Okt Di, Do, Sa, So 13:30. Gruppen nach Vereinbarung ganzjährig.
Eintrittspreise: Erw 2,50 DM, Ki 1,50 DM
Typ: Höhlenburg, Flußhöhle in Konglomeratgestein (Nagelfluh).
Licht: teilweise elektrisch. Taschenlampe mitbringen. Im Notfall werden Kerzen gestellt.
Dimension:  
Führungen: D=45min
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur:  
Adresse: Verein "Freunde der Burg Stein", Georg Huber, 83371 Stein an der Traun, Tel: 08621/2501
Burgführer: Schuhbeck Tel: 08621-2836, Wernhöfer Tel: 08621-5984, Stadler Tel: 08621-6245.
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 22:00:07 $

Geschichte der Höhlenburg:


Bemerkungen

Die Höhlenburg Schloß Stein ist die größte Felsen- und Höhlenburg Deutschlands. Die Anlage besteht aus drei deutlich voneinander unterschiedbaren Teilen:

  1. Das Hochschloß an der fast 50 m steil abfallenden Nagelfluh-Felswand. Hier wurde auch eine vorgeschichtlichen Siedlung nachgewiesen.
  2. Die Höhlen- oder Felsenburg klebt darunter, etwa auf halber Höhe, wie ein Schwalbennest an der Felswand.
  3. Das neue Schloß davor wird heute noch bewohnt, es beherbergt ein privates Gymnasium.

Die Höhle der Höhlenburg ist ein Abri oder Überhang der Nagelfluh Steilwand, die in den Bau integriert wurde. Nagelfluh ist der umgangssprachliche Begriff für das im Voralpenland häufig vorkommende Konglomeratgestein. Es besteht aus rundgewaschenen Kieseln von Hasel- bis Walnußgröße, die mit einem Bindemittel wieder zu festem Gestein zusammengebacken sind. Dies ist in der Regel kein verkarstungsfähiges Gestein, abhängig von seinen Komponenten. Lediglich wenn Kiesel und Bindemittel wasserlöslich sind, wäre eine Verkarstung vorstellbar.

Bei dem Abri handelt es sich auch nicht um eine Karsthöhle, sondern um eine Flußhöhle, also einen Überhang, der von einem Mäander der Traun aus dem verhältnismäßig weichen Gestein gewaschen wurde. Inzwischen ist das Bett der Traun tiefer, so dass das ehemalige Bett als Halbhöhle in der Felswand zurückgeblieben ist.

Die ursprünlichen Hohlräume wurden teilweise stark überarbeitet und erweitert. Alle tieferen Teile wurden aus dem Fels gehauen, das gilt vor allem für die diversen Stollen.

Westlich der Höhlenburg, auf halber Höhe in die Nagelfluhwand gebaut, befindet sich die Einsiedlerklause, die 1690 erstmals urkundlich erwähnt ist und bis 1934 von einem Klausner bewohnt war.

Die schaurige Geschichte von Heinz von Stein dem Wilden

Diese Sage wurde zum ersten Mal 1783 von Lorenz Hübner als vaterländisches Trauerspiel niedergeschrieben. Sie handelt vom Burgherren Heinz von Stein, der ein so frevelhaftes Leben führte, dass er nicht in geweihter Erde ruhen durfte.

Einst war es dem wilden Heinz, der von herkulischer Gestalt und furchterregendem Äußeren gewesen sein soll, gelungen, auf seinen Streifzügen die liebreizende Waltraud gefangen zu nehmen. Sie war die Tochter des alten Gravenecker, des Meiers von Trostberg. Mit Drohungen und Schmeicheleien versucht Heinz sich die Schöne gefügig zu machen - doch sie bleibt standhaft. Darin wird sie durch ihren Geliebten, Siegfried von Gebsattel, bestärkt, der sich inzwischen als Reitknecht verkleidet unter Heinzens wüste Schar gemischt hat.

Gravenecker versucht vergeblich, seine Tochter zu befreien und gerät beim Angriff auf die Burg in Gefangenschaft. Heinz fordert nun die Unschuld Waltrauds für das Leben ihres Vaters, und als der alte Meier von solchen Handel nichts wissen will, läßt ihn der Wüterich zur Richtstätte schleppen.

Waltraud aber gibt sich selbst den Tod, als Heinz sich nähern will. Inzwischen ist es Siegfried gelungen, die Kriegsknechte aus München und Salzburg unbemerkt einzulassen. Sie erstürmen die Burg und machen Heinzens Leute nieder. Er selbst wird von dem ergrimmten Siegfried erstochen, der ihn neben der toten Waltraud findet und ihn für den Mörder hält.

Als Gravenecker, der im letzten Moment aus der Hand des Henkers befreit wird, den Leichnam seiner Tochter sieht, bricht er vor Kummer tot zusammen. Der schmerzgebeugte Siegfried erfährt schaudernd, dass er in Heinz seinen eigenen Vater getötet hat, der ihn kurz nach seiner Geburt hatte aussetzen lassen.


Siehe auch


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