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| Bild: Stadtplan der Innenstadt von Nürnberg mit Burg, Kunstbunker und Felsengängen. |
| Ort: | In der Nürnberger Altstadt, unterhalb der Burg, eine Schritte vom Dürerhaus. Obere Schmiedgasse 52, 90403 Nürnberg |
| Öffnungszeiten: | Ganzjährig täglich 15. |
| Eintrittspreise: | Erw EUR 4, Senioren, Schüler, Studenten EUR 3, Kinder (-10) frei, Familie (2+n) EUR 10. |
| Typ: | Künstliche Hohlräume aus dem Mittelalter in Buntsandstein |
| Licht: | elektrisch |
| Dimension: | Fl=900m², T=24m |
| Führungen: |
D=60min.
In:
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| Literatur: | |
| Adresse: |
Bombensicher - der geheime Kunstbunker im Burgberg, Obere Schmiedgasse 52, D-90403 Nürnberg. Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V., Bergstraße 19, D-90403 Nürnberg, Tel: 0911-227066, Fax: 0911-2305591. Museen der Stadt Nürnberg, Hirschelgasse 9-11, D-90317 Nürnberg, Tel: 0911-231-5421 |
| Stand: | $Date: 2008/07/01 20:34:21 $ |
| 1380 | Erster Nachweis der Kellergewölbe im Burgberg. | |
| 1938 | Erste geheime Planungen für den Kunstbunker. | |
| 1939 | Ausbau der Höhle zum Kunstbunker. | |
| 1940 | Beginn der Einlagerung von Kunstschätzen. | |
| 1941 | Erste offizielle Anerkennung des Kunstbunkers und Verstärkung der Einlagerung. |
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| Bild: der Eingang zum Kunstbunker. |
Der historische Kunstbunker im Burgberg lohnt einen Besuch sowohl als künstliche Höhle aus dem Mittelalter, als auch durch seine besondere Rolle in der jüngsten Geschichte Deutschlands. Die Entstehung der Hohlräume wird bei den Felsengängen ausführlich beschrieben. An dieser Stelle soll vor allem auf die jüngste Geschichte eingegangen werden.
Drei Nürnberger in gehobener Position und mit Verantwortungsgefühl konnten schon in den Vorkriegsjahren nicht so recht an Blitzkrieg und den Endsieg glauben.
| Dr. Konrad Fries (1899-1983), Leiter des Dezernats für Wehrangelegenheiten, Luftschutz und Ernährung. | |
| Julius Linke (1909-1991), Oberbaurat des Hochbauamtes, Abteilung Denkmalpflege. | |
| Heinz Schmeißner (1905), Leiter des Hochbauamtes. |
Sie erstellten Szenarien für den Kriegsfall und überlegten, was zum Schutz von Kunstwerken zu tun war. Sie erstellten Pläne für die Nutzung des stadteigenen Kellers als Kunstbunkers und planten die notwendigen Ausbaumaßnahmen. Bereits am ersten Kriegstag wurde heimlich mit dem Ausbau begonnen.
Unter widrigen Umständen wurde der Ausbau in der unglaublichen Zeit von sechs Monaten bewerkstelligt. Die ganze Aktion war illegal und hätte für alle Beteiligten KZ bedeutet, wären sie denunziert worden. Zu einer Zeit in der Göring noch erklärte, er wolle Meier heißen, wenn eine einzige Bombe über Deutschland falle, war diese Art von "Pessimismus" lebensgefährlich. Die nötigen Mittel wurden unauffällig aus anderen Resorts der drei Initiatoren abgezweigt. Baumaterialien wurden organisiert, meist vom Reichsparteitaggelände, wo durch den Krieg die Arbeiten behindert wurden und so die Möglichkeit gegeben war, Baumaterial zu übernehmen.
Um die feuchten Kellerräume zur Lagerung von Kunstgegenständen benutzen zu können, wurde ein Ausbau und die Klimatisierung der Räume notwendig. Die Räume wurden mit Klinker ausgemauert, dann Fußboden, Wände und Decke mit einem wasserdichten Teeranstrich versehen. Darüber kam wärmeisolierende Glaswolle und schließlich ein Holzfußboden sowie Heraklitplatten und eine Pappverkleidung an den Wänden. Die Räume waren so vor Kälte und Feuchtigkeit geschützt und konnten mit der Klimaanlage geheizt werden.
Mit zwei Koksöfen wurde geheizt, zwei Kühlaggregate kühlten und - viel wichtiger - kondensierten dabei Feuchtigkeit, wodurch die Regulierung der Luftfeuchtigkeit möglich war. Die Luft wurde durch ein großes Gebläse im gesamten Bereich verteilt. Die Klimabedingungen waren so ideal, dass ein Pfarrer bedauerte, diese Bedingungen nicht in seiner Kirche schaffen zu können. Die erwähnten Maschinen können mit Ausnahme der Koksöfen und des Notstromgenerators besichtigt werden.
Nach der Fertigstellung wurde mit dem Einlagern von beweglichen Kunstwerken begonnen.
Gute Kontakte zu Pfarrern, dem Nürnberger Bürgermeister und dem Leiter des
Germanischen Nationalmuseums
ermöglichten einen unauffälligen Abtransport der Kunstgegenstände.
Die Kooperation des Nürnberger Polizeichefs ermöglichte die Bewachung der Anlage durch eine Wachmannschaft.
Diese Mannschaft befand sich im Vorraum des Bunkers und hatte zusätzlich die Aufgabe Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Bunker
zu überwachen und die Klimaanlage zu regeln.
Sie hatten bereits die wichtigsten Objekte gesichert, als der offizielle Befehl zur Auslagerung von Kunstgegenständen erging. Zu diesem Zeitpunkt erhielt der Kunstbunker einen offizielleren Status und noch mehr Gegenstände, auch aus dem Umland wurden eingelagert.
Im Kunstbunker lagerten viele berühmte Kunstwerke,
Während des Krieges war hier die größte Konzentration an Kunstschätzen in Europa!
Die Nutzung als Kunstbunker war nicht auf diese eine Kelleranlage beschränkt. Weitere Schutzanlagen waren der Neutorturm und ein Teil der Felsenkeller am Paniersplatz. Alle anderen Keller wurden als Luftschutzräume genutzt. Sie wurden mit Stollen verbunden, so dass immer ein Entkommen möglich war, auch wenn viele Zugänge verschüttet wurden. Daß dieses Konzept funtionierte sieht man auch an der verhältnismäßig geringen Zahl von Luftangriffsopfern in Nürnberg. Im ganzen Krieg starben nur 6000 Menschen durch Luftangriffe, trot der Tatsache, dass Nürnberg die am stärksten zerstörte Stadt war.
Nach dem Krieg sollten die Kunstschätze als Reparationen nach Amerika verschickt werden. Um wenigstens zu verhindern, dass die Reichsinsignien verschleppt wurden, versteckten Fries, Linke und Schmeißner sie in einer Nacht und Nebel Aktion und mauerten sie in eine Felsennische ein. Erst nachdem eine entsprechende Diskussion in der amerikanischen Öffentlichkeit stattgefunden hatte, und der organisierte Kunstraub gestoppt war, gaben sie das Versteck preis. Die Reichsinsignien befinden sich heute wieder in Wien, wie schon vor dem Krieg.
Während der gesamten Aktion Kunstbunker kam kein einziges Kunstwerk zu schaden, alle befinden sich heute wieder an ihrem ursprünglichen Platz. Dies ist vor allem dem Mut und der Entschlossenheit von drei nürnberger Bürgern zu Verdanken.
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