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Geraer Höhler


Touristische Informationen:

Ort: Stadtmitte Gera.
Öffnungszeiten: Geraer Höhler, Führungen: Mo-Do 11 und 15, Sa 11, 14 und 15, So 10, 11, 14 und 15
Museum im Höhler Nr. 188: Täglich 10-17
Museum für Naturkunde: Di-So 10-17
Eintrittspreise:  
Typ: Künstliche Höhlen im Zechsteinkalk, Bierkeller.
Licht: elektrisch
Dimension: L=9,000m, T=11°C.
Führungen: L=250m.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur:  
Adresse: Museum im Höhler Nr. 188, 07545 Gera, Tel: +49-365-52003
Geraer Höhler, Geithes Passage, 07545 Gera, Tel: +49-365-8381470
Museum für Naturkunde, Nikolaiberg 3, Postfach 313, 07545 Gera, Tel. +49-365-52003, Fax +49-365-52025.
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Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 22:00:04 $

Geschichte

 
17. und 18. Jahrhundertals Bierkeller entstanden.
II. Weltkriegals Luftschutzkeller genutzt.
1986-89im Bereich der Ostseite des Steinweges zehn Höhler als Führungsobjekt erschlossen.
1976-78Vermessung der Höhler.

Bemerkungen

Unter dem Geraer Altstadtkern befindet sich ein Labyrinth unterirdischer Gänge. Die Entstehung dieser sogenannten Höhler ist eng mit der Entwicklung des Brauwesens verbunden. Sie entstanden im 17. und 18. Jahrhundert als Bierkeller.

Bis in das 16. Jahrhundert war in der Umgebung, neben der Bierbrauerei, auch reger Weinanbau betrieben worden. Klimaverschlechterungen und vielleicht auch die mangelnde Qualität des Weines, dürften wohl der Grund gewesen sein, dass der Weinbau schließlich ganz eingestellt wurde. Die Umstellung der Trinkgewohnheiten und das durch die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Dreißjährigen Krieg hervorgerufene Wachstum der Stadt hatte einen enormen Aufschwung der Bierproduktion zur Folge. Da das Braurecht zugleich das Schankrecht beinhaltete, ergaben sich aus seiner Wahrnehmung beträchtliche finanzielle Vorteile.

Das Braurecht war bereits im ältesten schriftlich überlieferten Stadtrecht von 1487 an Hausbesitz der Bürger gebunden. Es blieb deshalb im wesentlichen auf die innerhalb der Stadtmauer gelegenen Grundstücke beschränkt Da die normalen Keller der oft nur 3-4 m breiten Häuser in der Altstadt den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügten und im Sommer auch nicht kühl genug waren, wurden unter den brauberechtigten Häusern tiefere Keller - die Höhler - angelegt. Man sieht den Höhlern heute noch an, dass ihr Bau fachmännisch durch Bergleute geschah. Sie waren ursprünglich nur vom Haus des Eigentümers aus zugänglich. Die wirtschaftliche Bedeutung der Höhler wird daraus ersichtlich, dass man beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Brand von 1780, die alten Straßenfluchten im wesentlichen beibehielt, weil die Zuschüttung und Überpflasterung von Höhlern die Interessen brauberechtigter Bürger verletzt hätte.

Vermessungen ergaben für die etwa 220 nachgewiesenen Höhler eine Gesamtlänge von knapp neun Kilometern. Sie liegen teilweise in zwei Sohlen untereinander, zwischen drei und elf Meter tief. Durch die Lage im Kalk des Zechsteins, kommt es wie in natürlichen Höhlen, zur Bildung von Tropfsteinen.

Ein Teil der Höhler wird regelmäßig geführt. Außerhalb der Öffnungszeiten beziehungsweise ohne eine Führung besteht die Möglichkeit, das Museum für Naturkunde zu besuchen. Es befindet sich im Schreiberschen Haus, dem ältesten erhaltenen Bürgerhaus der Stadt Gera. Unter dem Gebäude befindet sich der mit 252m³ zweitgrößte und mit 11m tiefste Höhler der Altstadt. In diesem Höhler Nr. 188 präsentiert das Museum die Ausstellung Minerale und Bergbau Ostthüringens. Der Ausstellungsraum ist sowohl durch das Museum für Naturkunde als auch durch die geführten Höhler erreichbar.

Die Ausstellung zeigt einen beachtlichen Teil der bisher in Thüringen nachgewiesenen 250 Mineralarten. Darunter sind einige für Europa einmalige Funde. Eine ganz besonders effektvolle Schau bietet eine Sammlung von fluoreszierenden Mineralien, die unter UV-Licht eine sonst verborgene Farbenpracht offenbaren. Umfassend kann sich der Besucher über die Geschichte des Ronneburger Uranbergbaus, der Geologie der Lagerstätten und das aktuelle Sanierungsprogramm der Wismut GmbH informieren. Ein Computer gibt Auskunft zu den Problemkreisen Radioaktivität und Uran. Weitere Themen sind der Sagenschatz von den goldwaschenden Venezianern und die heutige Goldausbeute im Fluß Elster.


Siehe auch


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