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Nürnberger Felsengänge
Touristische Informationen:
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| Bild: Stadtplan von Nürnberg |
| Ort: |
In der Nürnberger Altstadt, unterhalb der Burg, Eingang am Albrecht-Dürer-Denkmal, 90403 Nürnberg.
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| Öffnungszeiten: |
Täglich 11, 13, 15 und 17
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| Eintrittspreise: |
Erw EUR 4,-, Ki (10-18) EUR 3, Erm (Schüler, Studenten, Rentner) 5,-
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| Typ: |
Keller
Zweiter Weltkrieg Bunker
Unterirdische Fabriken
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| Licht: |
elektrisch
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| Dimension: |
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| Führungen: |
D=60min, T=24m
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| Literatur: |
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| Adresse: |
Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V., Bergstraße 19, D-90403 Nürnberg, Tel: 0911-227066, Fax: 0911-2305591.
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| Stand: | $Date: 2008/07/01 20:34:17 $ |
Geschichte
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| 1380 | erster Nachweis der Kellergewölbe im Burgberg. |
Bemerkungen
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| Bild: Harrerkeller. |
Der Nürnberger Burgberg besteht aus rotem Sandstein, einem Gestein das
verhältnismäßig gut zu bearbeiten ist und dennoch die
nötige Stabilität besitzt, um den Bau von Gebäuden und das
Aushöhlen von Kellergewölben zu erlauben.
Schon im Mittelalter waren diese Eigenschaften bekannt, wodurch diese Schicht
ein weitverbreiteter Baustein wurde.
Sie ist lokal als Burgsandstein bekannt, ein Bezug zur Nürnberger
Burg, die aus eben diesem Gestein erbaut wurde.
Viele Gebäude in Nürnberg bekommen ihre besonderen Reiz durch den
rötlichen Stein, der durch seine warme und dezente Färbung besonders
schön ist.
Unterhalb der Nürnberger Burg sind die Gebäude auf Burgsandstein
erbaut, durch die Hanglage ist meist das Erdgeschoß auf der Rückseite
unterirdisch.
Viele Gebäude besitzen große Kelleranlagen die entweder
mehrstöckig nach unten gebaut sind, oder vom Erdgeschoß horizontal in
den Berg hineingetrieben wurden.
Die Keller in den Berghang hineinzutreiben hatte gleich mehrere Vorteile:
- Die Keller konnten ebenerdig begangen werden, was auch den Einsatz von kleinen Wagen oder Karren erlaubte, praktisch beim Bau und bei der Nutzung.
- Das Aushöhlen der Gewölbe lieferte gleichzeitig Baumaterial oder Sand.
- Die Größe des Kellers war nicht von der Grundfläche des Hauses abhängig.
Man konnte entweder dem Nachbarn das Recht auf den Kellerbau abkaufen, oder den Keller mehrstöckig in die Tiefe bauen.
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| Bild: Verbindungsgang zwischen zwei Kellern aus dem zweiten Weltkrieg. |
Eine Nürnberger Vorschift über das Bierbrauen, ein Vorläufer des
Reinheitsgebots, sah vor, dass das Bier bei sechs bis acht Grad gären
und reifen sollte.
Da im Mittelalter Bier ein wichtiges Lebensmittel war, nicht zuletzt durch den
Mangel an reinem Trinkwasser, wurde in der großen Handelsstadt
Nürnberg eine sehr große Menge Bier gebraut.
In der Folge mußten also entsprechende Kelleranlagen im Burgberg angelegt
werden.
Dies waren meist lange, gangartige Gewölbe, die in der Mitte einen
Transportweg hatten, später auch mit Schienen, und in denen entlang der
Wände die Bierfässer gestapelt waren.
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| Bild: Bierbrand Lager der Brauerei. |
In der Blütezeit, während des 19ten Jahrhunderts, wurden die Keller
sogar in mehreren Stockwerken angelegt.
Der Agneskeller, einer der besichtigten Keller, besaß einst vier
Stockwerke.
Das oberste Stockwerk ist inzwischen durch den Bau einer Tiefgarage
zerstört.
Die einzelnen Stockwerke sind meist durch enge Wendeltreppen miteinander
verbunden.
Vertikale Schächte erlaubten den Transport der Bierfässer.
Die mittelalterlichen Kelleranlagen wurden über Jahrhunderte benutzt und
immer wieder erweitert.
Sie dienten Anfangs als Weinkeller, später zur Lagerung von Bier, weiterhin
zur Wasserversorgung und im zweiten Weltkrieg dann zur Unterbringung von
Kunstgegenständen und als Luftschutzkeller.
Die Rolle der Felsengänge im Zweiten Weltkrieg wird beim
Historischen Kunstbunker
ausführlich beschrieben.
An dieser Stelle soll vor allem auf die ältere Geschichte eingegangen
werden.
Da der Sandstein durch seine hohe Porösität wasserdurchlässig
ist, waren die Gewölbe in der Regel feucht, was zu Problemen bei der
Lagerung von Waren führte.
Die Keller wurden deshalb mit einem einfachen System belüftet und dadurch
entfeuchtet.
Luftschächte an der Südseite der Gebäude wurden von der Sonne
erwärmt und die Luft darin stieg nach oben, Zuluft kam von
Luftschächten an der Nordseite der Gebäude, die entsprechend
kühler waren.
Dadurch diese ausgeklügelte Anordnung der Luftschächte entstand eine
Konvektionsströmung, eine schwache Luftumwälzung, und damit
einestetige Trocknung der Gewölbe ohne die Temperatur merklich zu
erhöhen.
Ein Teil der Gewölbe wurde bis in die Mitte des 20ten Jahrhunderts durch
eine Gewürzgurkenfabrik genutzt.
Die kühle Temperatur war für die Lagerung der Lebensmittel
äußerst wichtig.
In den größeren Kellern wurde auch das Abfüllen der Gurken zum
Verkauf vorgenommen.
In einem Gang sind immer noch die Reste eines Gurkenfaßes zu sehen.
Das Ende der Gurkenproduktion kam erst mit der Verfügbarkeit von
ausreichend großen und rentable Kühlaggregaten.
Heute werden die Keller nur noch wenig benutzt.
Vor einigen Jahren wurden einige Räume für eine
außergewöhnliche Ausstellung moderner Kunst benutzt.
Und die kleine Brauerei am Ausgang der Keller benutzt einen kleinen Abschnitt,
um Bier und Bierbrand zu lagern.
Die Brauerei stellt fünf Sorten naturtrübes Bier her.
Die historische Einrichtung aus dem 19ten Jahrhundert ist voll
funktionstüchtig und kann am Ende der Führung besichtigt werden.
Das Bier ist im Gasthaus nebenan erhältlich.
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| Gallerie |
Siehe auch