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Atombunker der Bundesregierung

Regierungsbunker


Touristische Informationen:

Ort: Bei Ahrweiler, 25km südlich von Bonn.
Öffnungszeiten: APR bis Mitte NOV Mi, Sa, So, Fei 10-18, letzter Einlass 16:30.
[2014]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 8, Kinder (12-16) EUR 3,50, Kinder (0-11) frei, Ermässigt EUR 7.
Grupppen(15+): Erwachsene EUR 7, Schüler EUR 3.50.
[2014]
Typ:  Atombunker
Licht: elektrisch
Dimension: L=17,300m, T=12°C
Führungen: D=90min, L=203m.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur:  
Adresse: Dokumentationsstätte Regierungsbunker Ahrweiler, Am Silberberg 0, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Tel: +49-2641-9117053. E-mail: contact
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Stand:$Date: 2015/08/30 22:00:03 $

Geschichte

 
1960Baubeginn.
1972Fertigstellung.
1966Bunker erstmals genutzt bei der NATO-Stabsrahmenübung FALLEX 66.
1989Bunker letztmals genutzt bei der Wintex/Crimex Übung.
1997Rückbau des Bunkers von der Bundesregierung beschossen.
2001Unterbrechung des Rückbaus wegen den Anschlägen des 11. September.
2006Rückbau abgeschlossen.
22-NOV-2006Bau der Dokumentationsstätte Regierungsbunker begonnen.
29-FEB-2008Dokumentationsstätte Regierungsbunker eröffnet.
2009von der Europäischen Kommission zum Europäischen Kulturerbe erklärt.

Bemerkungen

Der Atombunker der Bundesregierung, auch einfach nur Regierungsbunker genannt, heisst offiziell Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit (AdVB). Es handelt sich um einen Atombunker, der im Krisenfall die gesamte Bundesregierung beherbergen sollte. Dazu wurde für eine Bausumme von etwa drei Milliarden Mark ein Bunkersystem mit 17 Kilometer Gängen und Platz für etwa 3,000 Personen erstellt. Die Anlage war so dimensioniert, dass sie bei voller Besetzung etwa 30 Tage lang autark war. Um dies zu erreichen hatte sie zwei Tiefbrunnen, Stromergeneratoren, Vorräte und eine Infrastrukur mit Küchen und Krankenhaus. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde die Anlage dann überflüssig, und um die erheblichen Unterhaltskosten zu sparen wurde die Anlage zurückgebaut. Der Rückbau, also die vollständige Entfernung aller Ausbauten war notwendig um eine Belastung des Grundwassers zu vermeiden, falls es zu Wassereinbüchen kommen sollte. Gerade noch rechtzeitig vor der vollständigen Zerstörung wurden Stimmen zum Erhalt eines Teils der Anlage als Museum laut. So ist heute nur noch ein Tunnel von 203m Länge erhalten, der als Museum besichtigt werden kann. Die Innenausstattung war zu diesem Zeitpunkt bereits zerstört, so dass das Museum mit Inventar aus vergleichbaren Anlagen ausgestattet werden musste.

Die Bunkeranlage wurde in ehemaligen Eisenbahntunneln errichtet. Diese Tunnel waren vorbereitend zum Ersten Weltkrieg gebaut worden, wurden aber nie fertig gestellt. Die Strecke war ausschließlich von strategischer Bedeutung, eine wirtschaftliche Bedeutung war nicht gegeben und so wurden die Tunnel von der zivilen Bahn nicht benötigt. Zwischen 1930 und 1939 existierte in den Tunneln eine Champignon-Zucht. Am Ende des zweiten Weltkriegs wurden die Tunnel von verschiedenen Rüstungsfirmen als Produktionsstätten genutzt. Hier wurden Bodenanlagen und Fahrzeuge für die V2 gebaut. Für die Zwangsarbeiter existierte vor dem Tunneleingang das KZ Lager Rebstock. Am Ende des Kriegs wurden die Tunnel auch als Luftschutzanlage für die Zivilbevölkerung benutzt.

Ursprünglich existierten 2,5km Eisenbahntunnel, von denen ausgehend 17,3km Gänge in den weichen Schiefer gesprengt wurden. Es entstanden zwei getrennte Anagen die durch einen Taleinschnitt getrennt sind. Sie waren lediglich durch einen Laufgang in 60m Tiefe verbunden. Die östliche Anlage bestand aus zwei autarken Bauteilen, die westliche Anage aus drei. Die Anlage war von maximal 110m Gestein bedeckt, weichem Schiefer, der einem direkten Treffer wenig entgegenzusetzen hatte. So hätte die Anlage zwar einen direkten Treffer einer Bombe vom Typ der Hiroshma Bombe mit 20 Kilotonnen überstanden, doch bereits 1962 wurde mit 250 mal so starken Bomben gerechnet. Um so wichtiger war die Geheimhaltung der Anlage, die lediglich den Schutz vor den indirekten Auswirkungen eines Atomkriegs bieten konnte, wie radioaktive Strahlung und Fallout.


Siehe auch


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