In English
In English
In English
In English

Bergbaumuseum und Besucherbergwerk Grube Günnersdorf

Bergbaumuseum Mechernich


Touristische Informationen:

Ort: Mechernich/Euskirchen. A1 Köln-Trier, Ausfahrt Mechernich/Bad Münstereifel, B477 Richtung Mechernich. zweiter Kreisverkehr links.
Öffnungszeiten: Ganzjährig Di-Sa 14-16, So 11-16.
[2011]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 5,50, Kinder (6-16) EUR 6, Kinder (0-5) nicht erlaubt, Familie (2+1) EUR 13, jedes weitere Kind EUR 2.
Gruppen (7+): Erwachsene EUR 4,50, Kinder (6-16) EUR 3.
[2011]
Typ:  Blei
Licht: elektrisch
Dimension: T=9°C
Führungen: D=90min.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur:  
Adresse: Bergbaumuseum und Besucherbergwerk Grube Günnersdorf, Bleibergstraße 6, Mechernich, Tel: +49-2443-48697, Fax: +49-2443-8204. E-mail: contact
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:56 $

Geschichte

 
~0frühester Bergbau.
1394Bergbau erstmals urkundlich erwähnt.
15. JhIntensivierung des Bergbaus.
1578erste Bergordnung verfügt.
~1600Bergbau eingestellt.
1629Bergbau durch die Investition von drei Kaufleuten reaktiviert.
1860-1910Blützeit des Bergbaus.
1928staatlich subventioniert wegen Weltwirtschaftskrise.
01-JAN-1937Übernahme durch die Preussag.
1939geschlossen.
1947Wiederaufbau nach Krieg und Absaufen.
1953Beginn der Förderung.
1957Grube Günnersdorf geschlossen.
MAY-1995Schaubergwerk eröffnet.

Geologie

Der Mechernicher Bleiberg befindet sich am Nordrand der Eifel zwischen den Städten Mechernich im Nordosten und Kall im Südwesten. Die Lagerstätte ist etwa 11km lang, 1-2km breit und etwa 30m mächtig. Trotz des niedrigen Metallgehalts von etwa 2% entspricht das etwa 100 Millionen Tonnen Blei. Das ist etwa 5% des Weltvorrates und macht diese Lagerstätte zur bedeutendsten Bleierzlagerstätte Deutschlands. Dennoch ist derzeit der Weltmarktpreis für Blei zu niedrig um hier gewinnbringend abbauen zu könnnen.

Die Lagerstätte ist eine sogenannte epigenetische, sekundärhydrothermale Erzlagerstätte. Die Erze stammen aus devonischen Quarzgängen im Untergrund, die selbst bereits hydrothermale Lagerstätten sind. Durch den Vulkanismus in der Eifel wurde die Energie für Konvektionsströmungen im Fels bereitgestellt und die Erze erneut hydrothermal umgelagert. Dieses Mal wurde das Erz jedoch nicht in Gängen, sondern im Hauptbuntsandstein, der ein Porenvolumen von fast 40% besitzt, abgelagert. Die Erze wurden wohl mehrfach umgelagert und dabei wurden sulfidische Erze oxydiert und oxydische Erze reduziert. Das Bleierz ist also im Sandstein fein verteilt und dieser muss nach dem Abbau aufwändig aufbereitet werden.

Bei dieser Vererzung spricht man von Knotten, das Gesten wird auch Knottensandstein genannt. Die Knotten sind zwischen 1mm und 5mm große Körner aus Bleiglanz (PbS), die oft aus Galenit- und Cerussitkristallen (PbCO3) bestehen und Quarzkörner enthalten können.


Bemerkungen

Das Bergbaumuseum und Besucherbergwerk Grube Günnersdorf ist dem 2000 jährigen Bleibergbau am Mechernicher Bleiberg gewidmet. Das Bergbaumuseum informiert über den Mechernicher Bleierzabbau und die Bergbaugeschichte der Region. Bereits die Kelten und die Römer schürften hier nach Bleierz. Die lokale Geologie wird eräutert, die Abbautechniken und die Aufbereitungsmethoden in den verschiedenen Bergbauepochen vorgestellt. Der außergewöhnlich Knottensandstein erforderte besondere Verfahren zur Anreicherung des Erzes, die nur am Mechernicher Bleiberg verwendet wurden. Es wurde sowohl im Tagebau als auch Untertage abgebaut.

Es wird angenommen, dass bereits bereits die Kelten in dieser Gegend Bergbau betriben, nachdem in einem Schacht keltische Münzen gefunden wurden. Die Belege aus dieser Zeit sind jedoch sehr vage. Etwas mehr existiert aus römischer Zeit in Form von Fragmenten von Bergbaugeräten wie Bergtröge, Lampen aus Ton und Blei, Tonrohrleitungen und hölzerne Gerinne.

Es scheint daß intensiver Bergbau im 15. Jahrhundert begann, mit der Erfindung des Beutelkorbs, einem einfachen aber effektiven Aufbereitungsgerät. Es handelt sich dabei um ein Sieb, das ausnutzt, dass die Knotten einen größeren Durchmesser haben als die Sandkörner des Sandsteins. Sie bleiben deshalb in dem dichten Geflecht aus Messingdraht oder Weidenruten zurück. Das Sieb befand sich in einem 30cm x 45cm großen soliden Holzgestell mit Bügelgriff. Der Beutelkorb wurde noch bis Ende des 19. Jahrhunderts verwendet. Der Abbau erfolge mit dem Berghammer und dem Wolf, einem etwa 8cm breiten und 25cm langen Meißel. Das abgebaute Gestein wurde vor Ort zerkleinert und gesiebt, nur die Knotten wurden dann zu Tage gefördert. Der Bergbaubetreiber wurde Eigenlöhner genannt, er hatte ein winziges Abbaugebiet und musste Abgaben auf seine Funde zahlen. Zuerst war der Abbau unreguliert, außer was den Zehten betraf, später wurde eine Bergordnung verfügt.

Ende des 16. Jahrhunderts kam der Bergbau zum Erliegen. Der Grund war die inzwischen erreichte Abbautiefe, die zunehmend zum Eindringen von Grundwasser führte. Ein Wasserlösungsstollen wäre nötig gewesen, doch für diesen fehte den Eigenlöhnern das Kapital. Erst 1629 wurde der Bergbau durch die drei Großkaufleute Dietmar Rath, Bartholomäus Brüggen und Johann Meinertzhagen reaktiviert. Sie beantragten die Abbaugenehmigung und begannen 1630 mit dem Bau des Wasserlösungsstollens. Bald erreichten sie abbauwürdige Gesteine und der Stollen erreichte bis 1650 eine Gesamtlänge von 1.750m. Später wurden weitere Stollen gebaut.

Seine Blütezeit erreichte Mechernich zwischen 1860 und 1910, durch den Bergbau florierte es. Jeder Bergmann förderte pro Schicht gut 10 Tonnen und fast 4.500 Menschen arbeiteten Im Bergbau. In den 1920er Jahren war der Metallerzbergbau durch die Weltwirtschaftskrise allgemein in einer schwierigen Lage. Die Grube Günnersdorf wurde ab 1828 vom Staat subventioniert, später von der Preussag übernommen. Doch mit dem zwei Welkrieg wurde der Abbau unterbrochen, ein Stromausfall ließ die Grube absaufen, so dass sie zwischen 1947 und 1953 aufwändig erschlossen werden musste. Doch schon 1957 war der Bleipreis auf dem Weltmarkt so stark gesunken, dass der Abbau sich nicht mehr lohnte und eingestelt wurde.

Für den Besuch des Schaubergwerks empfiehlt sich warme Kleidung und festes Schuhwerk. Helme werden gestellt.


Siehe auch


Hauptseite | Deutschland | Rheinisches Schiefergebirge | Eifel
Letzte Änderung Impressum, © Jochen Duckeck.