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Schmiecher See

Schmiechener See


Touristische Informationen:

Ort: Bei Schmiechen. Von Ulm B28 16km W bis Blaubeuren, dann B492 Richtung Ehingen. Am Ortsausgang von Schmiechen beim Sportplatz Auto abstellen. Das Naturschutzgebiet kann nur zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden. (74,Ke58) (E 9°44'08",N 48°21'00") (9.735555, 48.350000)
Öffnungszeiten: frei zugänglich
Eintrittspreise: frei
Typ:  Karstsee (?)
Licht: n/a
Dimension: Fl=51ha (max). T=2m. A=533m NN.
Führungen:  
Fotografieren: Erlaubt
Zugänglichkeit: Geteerer Feldweeg ohne Steigungen.
Literatur: Georg Wagner (1953): Der Schmiecher See, ein Karstwassersee, Aus der Heimat, Heft 61, 1953
(1963): Die Oberflächenformen der mittleren Schwäbischen Alb (östlicher Teil), Jh. Karst- und Höhlenkde, Heft 4, München 1963
W. Lillich (1962): Die Geologie der Blätter Mehrstetten und Schelklingen, Arb. Geol.-Pal. Inst. TH Stuttgart, NF 34, 1962
Maier, G. (1994): Ein Beitrag zur Crustaceen-Fauna des Naturschutzgebietes Schmiecher See, Veröff.f.Naturschutz u. Landschaftspflege Baden-Württemberg, Beiheft 78, 377-396, 1994
Dieter Vogelsang, Eckhard Villinger, Eva Borst Hrsg (1987): Karst- und Flußsysteme am Rande der Schwäbischen Alb: elektromagnetische und hydrogeologische Erkundung des Donau-Aach-Karstsystems (Schwäbische Alb), Der Schmiecher See bei Schelklingen, die Blautopfhöhle bei Blaubeuren als Beispiel für die Entwicklung des Karstsystems im schwäbischen Malm
Geologisches Jahrbuch Reihe C, Band C 49, 1987. 103 Seiten, 28 Abbildungen, 2 Tabellen, 8 Tafeln, 24x17cm
Adresse:
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Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:51 $

Geschichte

 
1973zum Naturschutzgebiet erklärt.

Bemerkungen

Bild: Typische Ansicht des Schmiecher Sees, eine kleine Wasserfläche umgeben von Schilf und Sumpf.

Der Schmiecher See liegt in einer Schlinge des Ur-Donautals bei Schmiechen. Diese flache Hohlform ist etwa 15km² groß, 10m tief, und oberirdisch abflußlos. Der See hat ein Einzugsgebiet von 10.5km² und eine Ausdehnung von bis zu 51ha. Die größte Tiefe beträgt 2m, die durchschnittliche Tiefe 50cm. In trockenen Jahren kann der Schmiecher See völlig austrocknen, seine größte Ausdehnung erreicht er nach der Schneeschmelze. Er hat also keine feste Uferlinie, sondern verändert seine Größe abhängig vom Jahresverlauf beziehungsweise von den Niederschlägen. Die maximale Ausdehnung bei Hochwasser wurde 1893 mit 95ha angegeben, 1943 nur noch mit 75ha. Daran sieht man, dass der Wasserstand seit Jahren stetig abnimmt.

Der Schmiecher See ist seit 1973 ein Naturschutzgebiet. Im Jahr 1982 gehörte es zu 73% dem Deutschen Bund für Vogelschutz, 3% waren in staatlichem Besitz und 24% waren in Privatbesitz. Der Naturschutzwert des Sees beruht auf der, durch die besondere Hydrologie, in Mitteleuropa einmalige Flora und Fauna. Leider kam es durch die privaten Eigner, Bauern die die angrenzenden Wiesen landwirtschaftlich nutzten, zum Eintrag von übermäßig viel Dünger, was die Pflanzen- und Tierwelt beeinflußte und unter anderem auch der Verlandung vorschub leistete.

Nach Georg Wagner handelt es sich um einen echten Karstsee, der den frei zutage tretenden Karstwasserspiegel darstellt. So ein See entsteht in einem Karstgebiet immer dann, wenn eine abflußlose Hohlform bis auf den Karstwasserspiegel reicht.

Nach Lillich und Kuhn handelt es sich dagegen um eine mit Lehm abgedichtete Hohlform, die ausschließlich von Oberflächenwasser gespeist wird. Dieses Wasser versickert oder verdunstet mit der Zeit, dass es nicht ausschließlich verdunstet zeigt der nicht erhöhte Salzgehalt. Im Osten des Naturschutzgebiets ist die Lehmschicht teilweise unterbrochen, dadurch versickert das Wasser bei Hochwasser relativ schnell. Bei dieser Theorie bleibt die Frage, wie die deutlich größeren maximalen Ausdehnungen vergangener Zeiten zu bewerten sind. Entweder war dabei der Überlauf überfordert, so dass es eine gewisse Zeit dauerte bis das Wasser versickerte, oder der Überlauf hat sich seither gebildet bzw. vergrößert.

Der Schmiecher See ist bereits seit 1973 Naturschutzgebiet, allerdings nicht als Geotop, sondern wegen seiner außergewöhnlichen Flora und Fauna. Der wechselnde Wasserstand begünstigt vor allem amphibische Lebensformen. Ganz allgemein ist der Lebensraum für feuchtigkeitsliebende Pflanzen im Bereich des Karstgebiets Schwäbische Alb äußerst begrenzt.


Siehe auch


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