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Donauversickerung

Touristische Informationen:

Ort: Immendingen: A81 Ausfahrt Geisingen, B311 in Richtung Tuttlingen, zwischen Geisingen und Immendingen. Wanderparkplatz mit Erläuterungen. (47°56'6.86"N, 8°45'56.69"E)
Fridingen: A81 Ausfahrt Geisingen, B311 durch Tuttlingen nach Neuhausen ob Eck, links ab nach Fridingen. Entweder vom Bergsteig ins Tal hinunter wandern oder von Fridingen an der Donau entlang. (48°0'39.95"N, 8°56'1.57"E)
Typ: Schwinde, Versickerung der Donau, Malm
Dimension: Versickerungsmittel 1923-1965 zwischen Kirchenhausen und Möhringen: 6.6 m³/s
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: W. Käss: Schrifttum zur Versickerung der oberen Donau, Steir. Beitr. Hydrogeologie, Graz, 1969
Werner, A., Hötzl, H., Käss, W., Maloszewski, P. (1997): Interpretations of Tracer Experiments in the Danube-Aach-System, Western Swabian Alb, (Germany) with analytical models, Proc. Of the International Symposium on Karst Waters and Environmental Impacts. Balkema, Rotterdam, The Netherlands. (English)
Werner, A., Hötzl, H., Käss, W. (1997): The Interpretation of a High Water Tracer Test in the Danube-Aach-System (Western Swabian Alb, Germany). (in preparation for the International Congress in La-Chaux-de-Fonds, Switzerland) (English)
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Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:49 $

Geschichte

 
1719Beschreibung der Donauversickerung unterhalb Immendingen durch Breuninger.
1865Entdeckung von weiteren Versickerungsstellen beim Bau der Eisenbahnbrücke bei Immendingen.
1874Vollständige Versickerung der Schwarzwald-Donau bei Immendingen.
1877erster Einsatz des Farbstoffs Uranin als hydrologisches Markierungsmittel durch den Geognosten Knop.
1884Beginn der Aufzeichnung der Versickerungstage an der Hauptversickerungsstelle.
1911Vollständige Versickerung der Schwarzwald-Donau bei Immendingen.
1921Vollständige Versickerung der Schwarzwald-Donau bei Immendingen.
1928Vollständige Versickerung der Schwarzwald-Donau bei Immendingen.
1943Vollständige Versickerung der Schwarzwald-Donau bei Immendingen.

Bemerkungen

Bild: die Donauversickerung bei Immendingen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Wasserstand für eine vollständige Versickerung zu hoch.

Die Donau entspringt im Schwarzwald. Nach verlassen des Schwarzwaldes fließt sie in NE-Richtung am Südrand der Schwäbischen Alb, später der Fränkischen Alb vorbei bis Regensburg. Dort macht sie einen Knick nach SE um bei Passau Deutschland zu verlassen. Nach vielen hundert Kilometern mündet sie schließlich ins Schwarze Meer.

Allerdings fließt von dem Wasser, das in den Quellen der Donau entspringt, der größte Teil über den Rhein in die Nordsee. Dies scheint ein großer Widerspruch zu sein, schließlich wird die Grenze der Einzugsgebiete dieser beiden Flüsse auch als Europäische Wasserscheide bezeichnet. Ganz offensichtlich muß dieses Wasser also die Wasserscheide überwinden.

Was wie ein Wiederspruch scheint, ist natürlich gar keiner. Das Einzugsgebiet wird so definiert, dass ein Gebiet genau dann zum Einzugsgebiet eines Flusses gehört, wenn der Regen der in dieser Gegend fällt, in den entsprechenden Fluß fliest. Die Besonderheit der oberen Donau ist dagegen, dass dieses Gebiet Einzugsgebiet für die beiden wichtigsten europäischen Flüsse gleichzeitig ist. Das Wasser fliest teilweise in den Rhein und teilweise in die Donau. Und dieser Sonderfall wird von einer (geographischen) Wasserscheide in einer Landkarte natürlich nicht wiedergegeben.

Dennoch ist die Donauversickerung natürlich ein geologisches bzw. hydrogeologisches Schmankerl erster Güte! Donauwasser über-windet die (geographische) Wasserscheide nicht, sondern unterquert sie. Zwischen Donaueschingen und Tuttlingen und flußabwärts bei Fridingen verschwindet ein großer Teil des Donauwassers in Ponoren. Der Malm, in dem sich die Schlucklöcher befinden, versinkt hier unter den tertiären Ablagerungen der Süßwassermolasse.

Die Hauptversickerung befindet sich beim Brühl in Immendingen, weitere Versickerungsstellen bei der Eisenbahnbrücke. Diese Stellen können von Immendingen nur zu Fuß erreicht werden, eine Wanderung von einigen Kilometern. Außerdem befinden sich mehrere Versickerungsstellen südlich von Fridingen in einer Schleife der Donau. Hier gibt es einen Parkplatz mit informativen Hinweistafeln, die die geologische Situation veranschaulichen.

Das Wasser fließt vom Brühl mit ungefähr 180 m/h und von Fridingen mit 100 m/h zum  Aachtopf. Dort kommt es wieder zu Tage und gelangt wie schon erwähnt als Aach in den Rhein.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Wasserverluste an den Versickerungsstellen immer größer. Im Jahre 1874 schließlich fiel die Donau vollständig trocken. Von da an stieg die Zahl der Vollversickerungstage kontinuierlich. Das Maximum der Vollversickerungstage wurde 1921 mit 309 Tagen erreicht. Zur Zeit der Vollversicherung spricht man von der Schwarzwald-Donau, die von der Quelle bis zur Versickerung reicht, und von der Alb-Donau. Die Alb-Donau wird dann von den beiden Bächen Krähenbach und Elta neu gebildet. Während sie sonst nur Nebenflüsse sind, werden sie dann zu Quellflüssen.

Die Vollversickerung liegt natürlich nicht an einer stärkeren Versickerung zu bestimmten Zeiten, sondern am niedrigeren Wasserstand bei längeren Trockenperioden. Durch steigende Niederschläge seit 1950 die durchschnittliche Vollversickerungsdauer wieder etwas zurück.

Da die Versickerung sich auf württembergischem Gebiet auswirkt, der Aachtopf aber in Baden liegt, gab es seit den 1820er Jahren große Auseinandersetzungen. Diese führten bis vor den Staatsgerichtshof. Zur Verhinderung der Versickerung wurde versucht, die Ponore mit Beton zu verstopfen. Dies führte natürlich zu Protesten von badischer Seite, da unterhalb des Aachtopf das Wasser und seine Kraft vielfältig genutzt werden.


Siehe auch


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