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Salzgrabenhöhle


Touristische Informationen:

Ort: A8 Ausfahrt Bad Reichenhall, 35km bis Königssee über Bad Reichenhall und Berchtesgaden. Mit der Königsseeschifffahrt nach St. Bartholomä. Von dort ca. 90 min Aufstieg.
Öffnungszeiten: Mai bis Sep täglich nach Anmeldung, wetterabhängig.
[2008]
Eintrittspreise: frei.
[2008]
Typ:  Karsthöhle  Aktive Wasserhöhle Höhlensystem
Licht: Höhlenausrüstung erforderlich
Dimension: L=9012m, HU=399m, 960m N.N., T=4°C.
Führungen: n.a.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: Herbert Leitheim (): Führer in die Höhlen der Nördlichen Kalkalpen, Bergverlag Rudolf Rother, München.
Adresse: Nationalparkverwaltung Berchtesgaden, Doktorberg 6, 83471 Berchtesgaden, Tel: +49-8652-9686-0.
Schlüssel zur Höhle: Nationalparkhaus, Franziskanerplatz 7, 83471 Berchtesgaden, Tel: +49-8652-64343
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:47 $

Geschichte

 
10-MAY-1959von Erhard Sommer und Kajo Wohlgeschaffen entdeckt.
1961Auf 2km erforscht und vermessen.
1964Auf 4km erforscht und vermessen.
JUL-199716 Personen wird der Rückweg vom Wasser abgeschnitten, sie könne die Höhle jedoch nach Rückgang des Wassers unverletzt verlassen.

Bemerkungen

Die Salzgrabenhöhle war lange Zeit die längste und tiefste Höhle Deutschlands. Sie ist zur Zeit [2008] immer noch die zweitlängste Höhle, allerdings wurde sie in den letzten Jahren von verscheidenen Neuentdeckungen bei der Tiefe überholt und hat nur noch Platz 11. Obwohl sie nicht für den allgemeinen Besuch erschlossen ist, ist sie dennoch eine der bekanntesten Höhlen Deutschlands. Ursprünglich lag das sicherlich mit an den Superlativen, doch es kommt hinzu, dass sie bei Höhlenforschern und Extremsportlern äußerst beliebt ist. Das liegt an natürlich an der für deutsche Verhältnisse außergewöhnlichen Komplexität der Höhle und der Möglichkeit zu Klettern. Es gibt sogar Stimmen, die die Höhle als unterirdischen Klettersteig betrachten, offensichtlich ein Ergebnis des "Ausbaus" der Höhle. Dabei handelt es sich mitnichten um einen Ausbau als Schauhöhle, Höhlenforscher bezeichnen damit den Einbau von Kletterhilfen, die die technischen Schwierigkeiten reduzieren und damit die Erforschung und Vermessung erleichtern oder erst möglich machen.

Dies führte in den 1980er Jahren zu einem dramatischen Anstieg der Besucherzahlen, obwohl bereits damals ausschließlich befähigte die Höhle betreten durften. Aber die Höhle war ohne größere Schwierigkeiten zugänglich. Dies hat sich geändert, inzwischen ist die Höhle (zum Glück) verschlossen und kann nur in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden besucht werden. Diese Restriktionen waren aus einer Vielzahl Gründe dringend notwendig. Zuerst natürlich zum Schutz der Höhle und der Höhlenbewohner. Die Höhle ist deshalb im Winterhalbjahr (Oktober bis April) zum Schutz überwinternder Fledermäuse vollständig geschlossen. Dann dienen die Restriktion auch zum Schutz der Besucher, weil es bis in die 90er immer wieder zu Höhlenunfällen kam, die Teils auf unzureichende Ausrüstung und Ausbildung zurückzuführen waren.


Diese Höhle ist keine Schauhöhle!
Sie kann nur mit der entsprechenden Erfahrung, Ausrüstung und Vorbereitung befahren werden!

Die Höhle ist verschlossen und kann nur mit Genehmigung der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden befahren werden. Auf einem Antragsformular muß ein Höhlenverein oder der DAV die Befähigung des Leiters der Gruppe attestieren. Weiterhin verlangt die Nationalparkverwaltung, dass jeder Höhlengänger eine Haftungsausschluß-Erklärung unterschreibt. Alle Teilnehmer müssen mit Name und Adresse angemeldet werden, und es muß ein fester Termin vereinbart werden. Das hat den Nachteil, dass die Befahrung bei schlechtem Wetter ersatzlos entfällt. Diese restriktive Haltung dient offensichtlich auch dem Schutz der Besucher. Für die Befahrung dieser Höhle sind fundierte Erfahrungen, sowohl im Bergsteigen und Klettern, als auch in Höhlenforschung erforderlich.


Das Höhlensystem der Salzgrabenhöhle läßt sich in drei Stockwerke gliedern. Das oberste Stockwerk ist trocken, das mittlere wird während Hochwasser, speziell zur Schneeschmelze, überschwemmt und das untere Stockwerk ist eine aktive Wasserhöhle. Befahren werden in der Regel nur mittleres und oberes Stockwerk.

Der sogennate "Klettersteig" befindet sich im Riesenkamin. Dieser etwa 200m hohe Schacht wird vom Eingang her etwa am Grund erreicht. Eine fest installierte Seilbahn erlaubt den Transport von Material. Die unteren 80 Meter des Kamins werden durch den Ausbau erschlossen. Dort befindet sich der Abzweig des Hauptganges in die dahinter liegenden Höhlenteile und nach kurzer Strecke auch der Biwakplatz. Im unteren Bereich führt der Steig quer über die hintere Seite des Kamins, dann wieder zurück. Im oberen Bereich folgen zwei Leitern, die obere ist 12m hoch und zweimal angewinkelt.

Eine Tour in die Salzgrabenhöhle ist mindestens eine Eintagestour. Die Höhle am Simetsberg im Steinernen Meer wird mit dem Schiff über den Königssee nach St. Batholomä erreicht, die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten. Dann folgt ein Aufstieg zur Höhle von etwa 1,5 Stunden, zuerst den AV-Weg Richtung Steinernes Meer und am Ende der Steilanstiegstrecke links am Hang des Simetsberges auf Wildwechseln zum oberen Ende des Salzgrabens. Man betritt die Höhle durch ein endrucksvolles Portal, 20m breit und 10m hoch. Am Ende des Eingangsbereichs befindet sich die Engstelle mit dem Eisentor. Der Weg bis zum Riesenkamin dauert etwa eine Stunde, der Aufstieg durch den Schacht eine weitere halbe Stunde. Die Zeiten können je nach Gruppengröße stark variieren.


Siehe auch


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